Das Thema Generative Engine Optimization, kurz GEO, ist mittlerweile in der breiten Masse angekommen. Die KI-Suche ist im Kommen und sie wird bleiben und deshalb müssen sich Unternehmen zwangsläufig mit GEO befassen. Aktuell gibt es dazu auch sehr unübersichtlich viele Meinungen und Herangehensweisen. Aus verschiedenen Ecken erscheinen unzählige Praktiken und Tools, die alle genau das Versprechen: Sichtbarer in KI-Umgebungen zu werden. Aber geht das wirklich so einfach?
Das Wichtigste in Kürze
- GEO hat das Ziel die Sichtbarkeit von Unternehmen in KI-Suchen zu erhöhen – etwa in ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews.
- Eine Nullmessung schafft die Grundlage für jede GEO-Strategie: Sie zeigt, wie KI-Systeme ein Unternehmen aktuell einordnen und auf welche Quellen sie dabei zurückgreifen.
- Auf Basis der identifizierten Quellen und Themen wird die eigene Owned- und Earned-Kommunikation gezielt darauf ausgerichtet.
- Für die Optimierung haben sich verschiedene Praktiken etabliert – darunter FAQs, Chunking und eine klare, eindeutige Sprache.
Wer die Diskussion in den letzten Monaten verfolgt hat, merkt schnell: Die Meinungen über GEO gehen weit auseinander. Die einen rufen panisch das Ende von SEO aus, die anderen stempeln GEO als heiße Luft ab. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen. GEO ist weder ein Hexenwerk noch eine völlig neue Erfindung. Es ist die logische Weiterentwicklung dessen, was wir im digitalen Raum tun. Und wer die Spielregeln versteht, kann diese neue Welt aktiv mitgestalten.
Bei Kerl & Cie ist GEO kein Neuland – wir haben uns bereits ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, diverse Tools und Praktiken getestet und erfolgreich für unsere Kunden umgesetzt. Hier sind unsere Top-Learnings für eine gelungene GEO-Strategie:
Wo die Reise hingeht: Die neuen Spielregeln der KI
Das Suchverhalten der Nutzer hat sich fundamental verändert. Wir müssen uns von einigen liebgewonnenen Mustern verabschieden und die neuen Mechanismen realistisch einschätzen:
- Traffic und Clicks auf Webseiten verlieren an Aussagekraft: Ja, der klassische Traffic auf Websites geht zurück. Nutzer lesen die Antwort direkt im Chatfenster und klicken seltener weiter, das nennt man auch Zero-Click-Suchen. Das klingt im ersten Moment negativ, ist es aber bei genauerem Hinsehen nicht. Die Menschen, die über eine KI-Empfehlung auf Deine Seite kommen, haben eine extrem spitze Kauf- oder Rechercheabsicht. Qualität schlägt hier Quantität. Unsere neue Währung heißt deshalb weniger Traffic, sondern Mentions und Citations (Erwähnungen und Zitate in der KI).
- Die „Eine-Antwort“-Logik: Klassische Suchmaschinen liefern uns eine Liste von Links. Wir wählen aus. Eine KI hingegen liefert meist nur eine einzige, dominante Antwort. Sie fusioniert Quellen und kontextualisiert sie neu. Das Ziel von GEO ist es nicht mehr, auf Platz 3 einer Trefferliste zu stehen. Das Ziel ist es, in genau dieser einen Antwort stattzufinden.
Status quo ist so wichtig wie noch nie zuvor
Jedes Unternehmen, jeder Kontext und jeder Prompt hat Auswirkungen auf die KI. ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews würfeln Antworten basierend auf dem exakten Nutzerkontext, der Historie und der Formulierung des Prompts individuell zusammen. Das kann bei jedem Unternehmen unterschiedlich sein. Bei dem einen berücksichtigt die KI vermehrt Wirtschaftsmedien, bei dem anderen verweist sie eher auf Reddit. Es gibt also keine allgemeine Strategie, die zu jedem passt.
Genau deshalb ist eine präzise Nullmessung der wichtigste erste Schritt einer jeden GEO-Strategie. Bevor Du eine einzige Zeile Content optimierst, musst Du herausfinden, wie die KIs aktuell über Dein Unternehmen, Deine Produkte oder Deine Themen sprechen und auf welche Quellen sie zurückgreifen. Dafür verwenden wir für unsere Kunden effiziente Tools, die wir in skalierbarer Weise mieten. Diese messen den Status quo Deiner Sichtbarkeit anhand den von Dir eingegebenen Prompts, vergleichen diese mit Wettbewerbern und identifizieren Key-Medien und Kanäle.
Ins Handeln kommen
Die Daten aus der Nullmessung zu haben, ist viel wert – aber sie nützen nichts, wenn sie im Dashboard verstauben. Der Schritt vom reinen Monitoring ins aktive Handeln fällt vielen Unternehmen am schwersten, weil GEO eben kein einzelner Hebel ist, sondern ein Zusammenspiel aus Technik, Content und PR.
GEO ist ein aktiver, fortlaufender Optimierungsprozess, denn jedes Detail, das Du anpackst, verändert die Datenbasis, auf die die KI zugreift. Stück für Stück kannst Du damit mehr Sichtbarkeit in KI-Umgebungen erarbeiten.
Wie soll man jetzt anfangen und was sollte berücksichtigt werden?
Solide Basis – SEO als Fundament
Man muss das Rad nicht komplett neu erfinden. Wer in den vergangenen Jahren eine saubere SEO-Strategie gefahren hat, bringt bereits die besten Voraussetzungen mit. Warum? Weil KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity ihre Antworten im Grunde aus dem bestehenden Web ziehen. Sie nutzen sogenannte RAG-Systeme, um aktuelle Quellen zu crawlen.
Das bedeutet für die Praxis: Eine technisch saubere Website, schnelle Ladezeiten und strukturierte Daten sind kein alter Hut. Sie sind die Eintrittskarte. Wenn der KI-Crawler Deine Seite nicht lesen kann oder Du ihn über Deine Servereinstellungen (wie die robots.txt) aussperrst, bist Du für die KI schlicht unsichtbar. Maschinenlesbarkeit bleibt das Fundament. Wer hier seine Hausaufgaben gemacht hat, startet bei GEO mit einem riesigen Vorsprung.
Hebel für die Praxis
Wie schafft man es also konkret, dass die KI positiv über das eigene Unternehmen berichtet? Man spricht davon, „Bedeutungsräume mitzudefinieren“. Folgende Ansätze können dabei behilflich sein:
1. In Nutzerfragen statt nur in Keywords denken
Inhalte sollten konkrete Fragen und Suchintentionen beantworten. Entscheidend ist, welche Informationen Nutzer in KI-Systemen tatsächlich suchen und in welchem Kontext sie danach fragen.
2. Inhalte klar und modular strukturieren
Kurze Absätze, eindeutige Zwischenüberschriften und FAQs helfen dabei, Informationen verständlich aufzubereiten. Beim sogenannten Chunking werden Inhalte in klar abgegrenzte Informationseinheiten gegliedert.
3. Unternehmen und Themen eindeutig beschreiben
Begriffe, Rollen und Unternehmensbeschreibungen sollten über verschiedene Inhalte und Quellen hinweg konsistent sein. Klare Aussagen sind dabei hilfreicher als werbliche Formulierungen oder Metaphern.
4. Eigene Informationen und Expertise einbringen
Eigene Studien, Daten, Fallbeispiele und Experteneinschätzungen schaffen Informationswert. Sie machen Inhalte belastbarer und bieten KI-Systemen konkrete Anhaltspunkte für ihre Antworten.
5. Relevante Drittquellen stärken
GEO findet nicht nur auf der eigenen Website statt. Medien, Fachportale und andere relevante Plattformen beeinflussen, welche Informationen KI-Systeme über ein Unternehmen finden und für ihre Antworten heranziehen.
Am Ball bleiben
Die Welt der generativen KI entwickelt sich aktuell in rasantem Tempo. Neue Modelle, veränderte Antwortmechanismen und neue Erkenntnisse rund um GEO entstehen kurzfristig. Was heute als Best Practice gilt, kann morgen bereits überholt sein.
Deshalb ist GEO kein Projekt mit Enddatum. Unternehmen sollten die Entwicklung von KI-Systemen, neue GEO-Erkenntnisse und die eigene Sichtbarkeit regelmäßig beobachten. Wer kontinuierlich lernt, testet und optimiert, wird langfristig von den Veränderungen profitieren.
Fazit: Geht KI-Sichtbarkeit wirklich so einfach?
Um die Frage aus der Einleitung zu beantworten: Sichtbarkeit gibt es nicht per Knopfdruck. Sie erfordert ein Verständnis der eigenen Ausgangslage, die kontinuierliche Optimierung von Inhalten und eine starke Präsenz auf relevanten Plattformen und Quellen. Wer GEO versteht und sich kontinuierlich an neue Entwicklungen anpasst, schafft die besten Voraussetzungen, um auch in der KI-Suche sichtbar zu bleiben.